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FotoHistoGrafie - Dammbautechnik
Der Dammbau (1-2-3)

Hamburg,


Spundwände wie diese sind der Kern des Hindenburgdamms. Darauf wurde zunächst ein 900-mm- Baugleis verlegt. Dann erfolgte die Einschüttung mit Bruchsteinen. (vgl. Rolf Stumpf, die Eisenbahn nach Sylt, S. 55.) Auf die Idee mit den Spundwänden kommen die Ingenieure notgedrungen, nachdem ihnen die mit Faschinen (Reisigbündeln) befestigten Sandaufspülungen während einer Flut mit drei Metern über Normal am 30. August 1923 großflächig weggespült werden. Das Problem erkennt man auf auf folgender vereinfachender Zeichnung:

Dammbauskizze
Das Föhrer Tief entstand durch den noch heute vorherrschenden Südwestwind. Er drückt die Flut zwischen Hörnum und Föhr regelmäßig weit nach Nordosten und schaffte im Laufe der Zeit tiefe Priele, die viel Wasser führen können. Schon bei der Planung hat man versucht, den Damm so weit nördlich zu bauen, dass er nur wenig von südwestlichen Sturmfluten angegriffen werden kann. Da auch bei Nordwestwind der Flutdruck von List tiefe Priele gegraben hat (Lister Tief, Hoyer Tief), ergab sich die heutige Lage des Hindenburgdamms etwa in der Mitte dieser Strömungen. Besonders starke Sturmfluten halten sich nicht an die ausgespülten Prielverläufe, sondern können viel weiter als normal auflaufen, wie z.B.während des Dammbaus im August 1923. Zur dauerhaften Stabilität gehört seitdem deshalb ein fester, nicht wegspülbarer Kern. Der wird mit der Spundwand, dem festeren Kleiboden vom Festland statt des sandigen Sediments und den noch heute auf Zugfahrten zu sehenden Basaltsteinen hergestellt.

Oben rechts erkennt man den Anleger Hoyerschleuse. Er war am besten geeignet, den schnellsten Schiffsverkehr vom Festland nach Munkmarsch und Westerland zu bedienen, weil von dort aus weite Strecken des Schiffsverkehrs über tiefe Priele durchgeführt werden können. Die auch eingezeichnete dänische Grenze verdeutlicht, dass alternative Schiffahrtsrouten in Richtung Westerland aus Deutschland kaum möglich sind. Die Wege nach Hörnum die die Hapag von Hamburg aus probierte sind einfach zu weit und kosten zu viel Zeit. Die Eisboote konnten auch auf direktem Weg von Nösse zum Festland fahren, weil ihr Tiefgang kein Problem war.







Hin und Her der Feldbahnen: Hier mit Lokführer Klaus Lorenzen aus Tinnum (vermutlich vom Festland für den Dammbau gekommen). Sie schaffen die Baumaterialien auf die Baustelle.Die Beschriftungen der Fotos stammen von Pastor Hans Johler.






Lokführer Paul Holtz, Tinnum (*1905 vermutlich nicht auf Sylt, +1978 in Keitum)



















Morsum. Mit diesen Eimerbaggern wird bis zum 4.1.1927 auf Nösse die Kleie gefördert, die den Damm stabilisiert. Es entsteht ein Baggersee, der noch heute auf Nösse besteht: Jetzt idyllisch eingewachsen - ein Angelparadies. Früher wurde er von Einheimischen auch als Süsswasserbadeteich genutzt.






Auf der Lok zwei Tinnumer: Hans Hansen und Paul Holtz. Vor dem Bagger ein Morsumer.





















Dieser Damm ist recht schmal. Vermutlich handelt es sich um einen "Steg", der vom eigentlichen Damm aus die Verbindung zu den Schuten herstellt.







Die Technik der Sandspülung wird auch beim Hindenburgdamm angewendet.







Rechts im Hintergrund eine Wohnbaracke für Arbeiter.










Der Hindenburgdamm ist in seiner Form erkennbar.
Die Seiten sind noch etwas unbefestigt. Die Basaltsteine werden noch gelegt..






Man trifft sich 1925 in der Mitte. Zeit für das Richtfest.
Ohne große Prominenz. Der Damm wird am 15.9.1925 um 5:30 Uhr morgens geschlossen. (vgl. Rolf Stumpf, die Eisenbahn nach Sylt, S. 58) Noch vor diesem Richtfest geht Pastor Johler als allererster Nutzer des Hindenburdamms überhaupt unmittelbar nach Schließung der letzten Lücke im Damm zu Fuß von Morsum aufs Festland und zurück. Den Weg kennt er schon von früher. Hans Johler, berichtet, das Watt sei 1922 zugefroren gewesen. Er ist deshalb am 9. und 13 Februar 1922 zu Fuß zwischen Morsum und Festland gependelt. Damals gab es aber noch keinen Damm, der im Frostjahr 1962 Autofahrern Orientierung und Sicherheit geben konnte.






Dammbau-Sonderzug
Morsum 1925. Dieser Zug bringt die Ehrengäste zur Feier auf der Dammmitte.




Dammbau Sonderzug
Hier die Zugspitze bei der Abfahrt. Die Waggons werden von der Lok geschoben.




Mit dabei sind Pastor Hans Johler (mit Fliege), seine Frau Elwine (links von ihm mit Hut) sowie Sohn Ekkehard (dazwischen). Da 1925 bei Johlers auch Tochter Elwine geboren wird, bittet Hans Johler u.a. die beiden Regierungs-Baumeister Ludwig Wilhelm Griebel in Keitum und Erich Christian Franz Weinnoldt in Rodenäs, ihre Taufpatin zu werden. So soll das Zusammenwachsen von Festland und Insel symbolisiert werden. Als Repräsentant der Arbeiter wird Techniker Johannes Friedrich Peters auf Nösse weiterer Taufpate von Karin Johler. Taufwort Luc. 14,17: Kommt, denn es ist alles bereit. Später bei der Offiziellen Einweihung des Damms übernimmt Hindenburg ebenfalls die Patenrolle (vgl. Blumenmädchen-Foto).







Die ersten richtigen Züge rollen - sie lösen die Feldbahn ab. Hindenburg ist nicht der allererste Dammbenutzer.

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