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FotoBioGrafie
Georg und Karin Lauritzen geb. Johler

Hamburg,

                   

Morsum 1948. Karin Johler und Georg Julius Lauritzen verloben sich. Im Hintergrund sein Elternhaus. Die beiden lernen sich am 28. März 1947 auf Sylt kennen.

Karin Johler und Georg Lauritzen verloben sich.

Die Vorgeschichte: Karin macht 1947 mit ihrer Mutter Elwine einen Besuch in Flensburg, wo beide zu einer Konfirmation eingeladen sind. Karin, in Morsum als Tochter des Pastors Hans Johler geboren, drängt ihre Mutter, auf die Insel zu fahren, die sie nie wieder besucht hat.

Elwine erinnert sich an eine Einladung von Jensine Matzen, einer Frau, die mit ihrem Mann Julius lange in den USA gelebt hat und dort auch zwei Töchter bekommt. Sie ist eher weltgewandt und im Streit um Pastor Johler nicht auf der Seite der Dorfbewohner, die seine Abberufung forderten. Bei Jensine Matzen hat Elwine Melken gelernt. Die "Prüfung" bestand darin, eine Kuh leer zu melken. Ohne diese Kenntnis keine Milch für ihre Kinder. Einige gute Erinnerungen. Also wohnen die beiden für eine Woche in ihrem Haus in Osterende Gungwai 1.

Ihre Anwesenheit spricht sich schnell herum im Dorf. Sie besuchen das Pastorat, die Kirche und frühere Bekannte. Dazu gehört auch Andreas Lauritzen. Er ist ein früherer Nachbar, vor dem Eisenbahnbau auf einem direkten Weg mit dem Pastorat verbunden (vgl. Hotspots auf der Karte http://www.lauritzen-hamburg.de/karte_morsum.html). Andreas ist der Vater von Georg. Georg ist nach seinem Kriegsdienst seit 1946 Hilfslehrer in der Morsumer Schule. Karin und Georg lernen sich am 28. März 1947 bei einem Besuch von Elwine Johler und ihrer Tochter Karin auf dem Hof von Andreas Lauritzen kennen. Elwine führt das Gespräch. Georg erzählt vom Krieg. Karin kommt wenig zu Wort, sagt nur Guten Tag und Auf Wiedersehen. Im Gespräch wird erwähnt, dass Elwine und Karin im Sommer nach Westerland reisen wollen.

Im August 1947 fahren Elwine und Karin per Schiff von den Hamburger Landungsbrücken direkt nach Hörnum. Das Wetter ist gut, beide werden nicht seekrank. Der früher übliche Zwischenstopp auf Helgoland war nicht mehr möglich, da die Engländer die Insel als Bombenabwurfziel für Übungsflüge ihrer Royal Airforce benutzten. Von Hörnum geht die Reise für Karin weiter per Kleinbahn nach Westerland. Dort haben die beiden ein Zimmer gebucht. Die Bahn fährt sehr ruckelig, ist ganz ohne Federung. Die Schwellen sind ohne festen Untergrund einfach in den Sand gelegt. Während der Fahrt löst sich deshalb wiederholt der Zahnersatz von Elwine. Die beiden lachen darüber. (Zurück nach Hamburg nehmen sie die Bahn)

Während dieses Sommeraufenthalts sind die beiden bald wieder zu Andreas Lauritzen nach Morsum gefahren. "Ja, wir haben gedacht, die kommen bestimmt", kommentiert er deren Ankunft. Sohn Georg muss nach seinem Schuldienst gelegentlich bei der Ernte helfen. Karin begleitet ihn. Er bindet das geschnittene Korn (Getreide) geschickt mit einigen Halmen zu einem Bündel zusammen. 6 oder 8 davon werden später zu Hocken zusammengestellt, um das Korn vor dem Dreschen trocknen zu lassen. So hat man das schon immer gemacht. Auch jetzt, weil für den Binder keine Taurollen zu kriegen sind.


Beispielfoto angefertigt in einem polnischen Museumsdorf:
MUZEUM WSI MAZOWIECKIEJ W SIERPCU

Karin bewundert Georg, wie geschickt er seine Arbeit erledigt. Nebenbei wird natürlich auch geredet. Elwine flickt währenddessen mit Magda, Andreas Frau, auf dem Hof löchrige Getreidesäcke. Dann geht es von Andreas Fenne entlang am Bahndammsgraben zum Bahnhof und zurück nach Westerland.

Georg fragt, ob er nach der Schule nach Westerland kommen darf, um Karin zu besuchen. Sie treffen bald sich täglich im Strandkorb Nr. 312 am Westerländer Strand, unterhalten sich und hören das Kurkonzert in der Musikmuschel auf der Promenade. Die Beziehung zwischen Karin und Georg vertieft sich. Wochen später, Karin ist zurück in Hamburg, kommt Georg wieder an den Strand "Leider ist der Strandkorb 312 nicht mehr da", schreibt er Karin daraufhin in einem seiner vielen Briefe. Georg, damals Raucher, hat auf dem Hof seines Vaters etwas Tabek angebaut. Mit Karin hängt er die Blätter einzeln zu Trocknen auf eine Leine.




Karins Fotoabum. Die Fahrkarte links trägt den Datumsstempel 31.4.47, das Rückreisedatum im Frühjahr. Weiter rechts liest man 30.8.47 und 13.8.47.


In den Herbstferien fährt Georg nach Hamburg, um Karin zu besuchen. Sylvester 1947 ist Karin wieder in Morsum und die beiden sprechen schon über eine gemeinsame Zukunft. Ostern 1948 erfolgt dann die offizielle Verlobung. Gefeiert wird am 28. März 1948 in Morsum, genau ein Jahr nach ihrem Kennenlerntag. Am 4. April 1948 gibt es in Hamburg eine zweite Feier.



Dein Uka schreibt Georg Lauritzen auf die Rückseite dieses Fotos und schenkt es in Westerland Karin Johler. Es ist der 21.8.1947, also etwa das Ende des Urlaubs von Karin und ihrer Mutter Elwine auf Sylt. Die beiden haben sich in dieser Zeit fast täglich getroffen. Nach einem Besuch Georgs in Hamburg bekommt Karin ein mit 14.X.47 datiertes Foto von Georg (Uka) und der Bemerkung: Das waren aber schöne Tage. Hab tausend Dank von Deinem Uka.

Über den Jahreswechsel 1947/48 ist Karin wieder in Morsum. Während des Besuchs schreibt Karin an ihre Mutter Elwine über ihre Eindrücke: „An sich nehmen mich alle rührend auf - nur um „Vater Desches“ “ Gunst und Zustimmung“ ringe ich noch ehrlich und auch Bruder Erk ist noch leicht“obstinatsch“. Vater Desche schreibt jetzt auch an Dich. Daneben sitzt sein Schwiegevater Goge Erken und nickert ab und zu ein. Mutti Lautje am Ofen strickt schwerbeschäftigt Norwegermuster und muss immerzu zählen, Erks Frau Christa spinnt fleißig und Erk zupft die Wolle. Georgs jüngere Halbbrüder Uwe und Gerd wuseln durch dieses Familienglück .“




Morsum, 28. März 1948. Die Gäste der Verlobungsfeier vor Georgs Elternhaus. Karin Johler im hellen Kleid, Georg Lauritzen rechts von Karin. Gefeiert wird im Wohnzimmer von den Schwiegereltern hinter der Küche. Ein kleiner Raum. Aber es ist üblich, zu Feiern die Möbel für Sitzmöglichkeiten auszutauschen. Neun Monate später wird den Verlobten ein Sohn geboren. Karin teilt Uka die Nachricht ihrer Schwangerschaft auf einem Spaziergang am Morsum Kliff mit. Er hatte schon so etwas geahnt, als Karin ihn zu dem Spaziergang einläd. Seine Reaktion:"Das ist die Krönung unserer Liebe!" - Uka ist Georgs Spitzname.

Vater Andreas Lauritzen hält eine kleine Ansprache, in der er an eine Begegnung von ihm mit Pastor Johler 1927 erinnert. Er ist mit Sohn Georg(4) unterweg, Hans Johler mit Tochter Karin(2). Die Erwachsenen unterhalten sich und die gelangweilten Kinder spielen, indem sie sich gegenseitig mit den Fingern pieksen. Hans kommentiert das Spiel:"Kiek mol, da bahnt sich was an." Als Elwine 1947 mit Karin(22) wieder zu Besuch kommt, kommentiert Andreas scherzhaft, sie wolle wohl nun "einkassieren".

Unter den Gästen v.l.: Georgs Bruder Gerd und Karins Mutter Elwine, Georgs Vater Andreas, die frisch Verlobten, Georgs Bruder Erk, seine Frau Christa. Rechts mit Brille Alice Lauritzen, die Großmuter von Georg. Auch dabei Karins Bruder Roland Johler. Boy Kayser, ebenfalls Gast, hat in seinem Laden noch einen Film gehabt, so dass dieses Foto entstehen konnte. Die Fotos von den Negativen werden im Kontaktverfahren abgezogen: Negative aufs Fotopapier und belichten. Deshalb sind die Abzüge so groß wie die Negative. Vergrößerungsgeräte scheinen zu fehlen. Es gibt Mittagessen und Kaffee und Kuchen. So gegen 17 Uhr löst sich die Versammlung auf. Die Bauern müssen zum Melken.

Ein Wochenende später gibt es in Hamburg in der Gryhpiusstraße bei Elwine Johler einen offenen Verlobungsempfang für die Hamburger Freunde und Verwandten.

Mit der Verlobung gibt Georg Lauritzen am Schuljahrsende zu Beginn der Osterferien 1948 seine Arbeit als Lehrer in der Morsumer Dorfschule auf. Dort hat er nach einem 6-wöchigen Einführungskursus zwei Jahre lang in einem Klassenraum die Schüler der ersten bis vierten Klasse in einer Gruppe unterrichtet. Eine weitere Karriere als Lehrer schließt er aus, da entsprechende Fortbildungen nur mit Abitur möglich sind. Das nachzuholen erscheint ihm zu aufwendig. Seine Abschlüsse sind Volksschule in Morsum, Realschule in Niebüll und Kaufmannsgehilfenprüfung in Flensburg. Er hat schon etwas Neues. Sein Onkel Adolf Lauritzen hat in Westberlin eine Druckerei für Weinetiketten. Ab 1.4.1948 fängt er dort an zu arbeiten. Die beiden Verlobten sind getrennt. Durch die Berlin-Blockade ab 24.6. 1948 kann Adolf seinen Betrieb nicht mehr aufrechterhalten. Georg kommt über die Grüne Grenze wieder zurück nach Hamburg und Sylt.





Georg Lauritzens Bruder Uwe und Cousine Maren
feiern mit.




Hamburg, 1948. Karin und Georg gehen in Hamburg spazieren.




Hamburg, 21. August 1948. Karin Lauritzen: "Nach der standesamtlichen Heirat vor dem Standesamt mit unseren Trauzeugen, Ukas Vater Andreas und mein Onkel Ingo, Bruder meines verstorbenen Vaters."



Karin und Georg Lauritzen
Hamburg, 21. August 1948. Karin und Georg Lauritzen sind verheiratet.


Trauung Karin Johler und Georg Lauritzen 1948 in Hamburg Zuvor segnete Pastor Gerber in der St. Johanniskirche in Eppendorf das knieende Paar.




Zur Kirche ließ sich das Brautpaar auf besonderen Wusch von Karin per Kutsche fahren. Aus dem Kutschenfenster guckt ein Nachbarjunge, der zusammen mit der Tochter der früheren Haushaltshilfe die Blumen streuen soll.



Ekkehard Lauritzen im Stadtpark in Hamburg 4 Monate alt.
Hamburg, Mai 1949. Sohn Ekkehard wird im Januar geboren. Erst 4 Monate später werden erste Fotos von ihm geschossen, denn endlich hat die Familie einen Rollfilm für den alten Balgenfotoapparat von Großmutter Elwine Johler ergattert. Ekkehard wird dazu im Stadtpark von Hamburg auf eine Wiese gelegt. Karin:" Unten eine Decke. Die kann man waschen. Darauf ein Kissen. Dann Ekki." Bis dahin ist er noch nie draußen gewesen. Es war im Winter zu kalt. Temperaturen von bis zu -20° und -25°. Und es fehlte ein Kinderwagen. Allerdings kann Mutter Karin für ihn aus dem Haus in der Gryphiusstr. 3 eine stabile Wiege leihen. Zu Brigittes Geburt wird diese aber schon wieder von der Nachbarin für ihren kleinen Sohn gebraucht. Also kommt sie erstmal in einen ebenfalls von der Nachbarin geliehenen Stubenwagen. Die Nachbarin hat schon zwei Töchter, ihr Mann war im Krieg gefallen. Sie heiratete erneut und bekam ein weiteres Kind.


Kleine Serie:
Hamburg, November 1949. Ekkehard wird im Wohnzimmer der Wohnung Gryphiusstraße in einer verzinkten Wanne gebadet...


auf dem Wohnzimmertisch abgetrocknet...


vom Handtuch befreit...



und sauber frisch eingekleidet.


Morsum Sommer 1949. Karin Lauritzen füttert ihren Sohn Ekkehard. Gegenüber sitzt sein fast gleichaltriger Cousin Andreas auf dem Schoß seiner Mutter Christa. Auch er braucht was zu essen. Karin und Ekkehard sind von Juni bis Oktober in Morsum. In dieser Zeit werden Karin und Uka (Georg) als Erntehelfer von Andreas Lauritzen gebraucht. Karin stillt dafür ab, weil die Erntearbeit nicht mit halbstündigen Stillpausen zu vereinbaren ist. Andreas hat viele Obststräucher und -bäume, deren Früchte er an Kunje Boysen verkaufen kann. Der fungiert als Zwischenhändler für die Sylter Gastronomie. Im Dezember 1949 kommt Karin wieder zuück nach Morsum. Die Famlie wohnt dann in der Villa von Böhlen.





Morsum Juli 1949. Sitzend präsentieren Christa Lauritzen (l.) ihren Sohn Desche (Andreas) und Karin Lauritzen (r.) ihren Sohn Ekkehard. Ihre Ehemänner Erk (o.l.) und Georg Julius (o.r.) sind die Kinder von Andreas Lauritzen (sitzend r.) mit seiner ersten Frau Getje. Gerd Lauritzen (stehend oben Mitte) und Uwe Lauritzen (stehend Mitte) entstammen der Ehe von Andreas Lauritzen mit Magda (sitzend, 2. v.l.). Auf Magdas Schosss sitzt Maren Lauritzen, das erste Kind von Christa und Erk Lauritzen. Die dunkle Kleidung der Erwachsenen erklärt sich durch den Anlass der Zusammenkunft: Es ist der Tag der Beerdigung von Christian Meinert Lauritzen, dem Vater von Andreas Lauritzen.






Morsum 1950. Karin Lauritzen (25) mit ihrem Sohn Ekkehard. Er wird im Januar 1949 in Hamburg geboren. Karin fühlt sich in einer Hamburger Klinik besser aufgehoben als bei der Morsumer Hebamme. Die Wohnung ihrer Mutter Elwine Johler in der Gryphiusstraße ist allerdings seit 1945 unbeheizt. Es gibt keine Kohle für die Zentralheizung im Keller. Nur eine Brennhexe und den Gasherd in der Küche. Die Winter sind kalt, bis -25°C. Trotzdem bleibt die junge Familie erstmal in Hamburg. Die Eisblumen an den Fenstern sind dick. Der kleine Sohn übersteht es. Von Mai bis Oktober 1949 wohnen Karin und Georg Lauritzen auf dem väterlichen Hof in Morsum, danach wieder in Hamburg bei Karins Mutter Elwine. Karin erinnert sich, dass Andreas Lauritzen ihnen einen Pöös (Beutel) mit Korn (Grütze) mitgegeben hat, den man aufkochen konnte.

Während des Sommers 1949 hilft Karin auf dem Hof in Morsum, z.B. beim Rüben hacken. In dieser Zeit werden Ekkehard und sein Cousin Desche unter die Apfelbäume im Hühnergarten geschoben. Die Mütter kommen nur zum Stillen zu ihnen, die Kinder bleiben stundenlang allein.

Im Dezember 1949 geht es zurück nach Morsum in die Villa von Böhlen, einem Haus, das auch Andreas Lauritzen gehört. Hier wohnen zwei Familien. Für Karins Familie steht ein kleines Zimmer und eine winzige Küche mit einer Brennhexe und Wasser aus der Handpumpe im Stall zur Verfügung. Sie erreichen diese "Wohnung" nur durch den Stall, in dem die Nachbarfamilie 2 Schweine hält. Das Haus liegt im Nordwesten von Morsum und ist längst durch einen Neubau ersetzt.


Diese Zeichnung fertigte Andreas Lauritzen für Karin an, die in Hamburg Gardinen nähen wollte und überlegte, welche Möbel in die Wohnung passen würden. Das Zimmer maß ca. 11qm, die Küche knapp 7 qm. Der Zugang zur Wohnung erfolgt durch den Stall in die Küche, von da aus ins Zimmer. Ein Klo stand im Stallbereich.







Das Paidi Kinderbett wird in Hamburg neu gekauft. Auch das Sofa, das zum Schlafen ausgeklappt werden muss. Das geht nur, wenn der Tisch weggeschoben wird. Den Gläserschrank gibt es immer noch. Er stammt aus dem Mädchenzimmer von Irmgard Johler. Die Sessel sind aus Goge Keitums Haus gekommen. Es waren gepolsterte Stühle.

Georg Lauritzen hat seit 2. Januar 1950 Arbeit in der Keitumer Mühle. Er verkauft dort Hühnerfutter. Für den Vollzeitjob erhält er 150 DM netto im Monat. "Ist das nicht prima,Wohnung und Arbeit, mehr Glück gibts wohl nicht auf einmal zu Weihnachten", schreibt Georg Lauritzen an seine Schwiegermutter und ergänzt, "ob es auf Dauer ist oder nur vorübergehend, wird sich erweisen." Das meint er im positiven Sinne, denn er spekuliert auf eine Arbeit bei Siemens in Hamburg. Elwines Untermieter, Herr Schmidt, der für Siemens arbeitet und dem Georg verschiedentlich dabei geholfen hat, will sich für ihn einsetzen.





Keekhard Lauritzen steht am Fenster der "Villa von Böhlen" in Morsum, in der Georg und Karin Lauritzen zeitweise wohnen. Morsum 1950. Sohn Ekkehard steht am Fenster des Wohn- und Schlafzimmers vor dem später wegen der nachfolgenden Bewohner ironisch "Villa von Böhlen" genannten abbruchreifen Wohnhaus in Morsum. Das Grundstück wurde in den 1960er Jahren an Hugo Krohn verkauft, der dort ein Fertighaus errichtete. Er war Kieler Rechtsanwalt und Sylter Heimatforscher, geboren 1910 in Hoyer-Schleuse, wo seine Eltern die Bahnhofswirtschaft am Anleger der Schiffe nach Munkmarsch betrieben.





Morsum 1950. Sohn Ekkehard, 14 Monate alt, trägt einen Pullover aus Morsumer Schafwolle. Sie kratzt auf der Haut. Es bleibt ihm eine Wollallergie.






Morsum, 1950. Auf der heute Gurtmuasem genannten Straße. Asphalt gibt es 1950 in Morsum nirgendwo. Kein Leben für Stadtmenschen. Im Hintergrund der ehemalige Gasthof Morsum Kliff. Sohn Ekkehard lernt das Laufen überwiegend auf der Fenne. Wegen des unebenen Geländes fällt er oft hin.

Karin zieht im April 1950 wieder zu ihrer Mutter nach Hamburg. Sie besorgt sich Kleidung für das zweite Kind. Ihr Mann arbeitet weiter auf Sylt. Zum 1. Juni 1950 findet Georg Lauritzen durch Vermittlung seiner Frau Karin über Herrn Schmidt , einen Untermieter in Elwines Wohnung (Wohnungszwangsbewirtschaftung!), eine Arbeit als kaufmännischer Angestellter bei Siemens. Er verdient immerhin 250 Mark im Monat. Jetzt wohnen sie wieder zusammen, in großer Enge bei Karins Mutter Elwine Johler in der Gryphiusstrasse 3. Erst am 1.4.1951 kann die im September 1950 auf vier Personen angewachsene Familie eine eigene Wohnung in Hamburg-Horn am Pagenfelder Platz 3 beziehen. Finanziell helfen Tante Ohmi und Onkel Ingo. 2000 Mark Baukostenzuschuss sind fällig. Dafür gibt es 2 1/2 Zimmer, Zentralheizung und Badezimmer. Der ganze Wohnblock ist während des Krieges ausgebrannt und war jahrelang Bauruine. Er wird jetzt nach und nach saniert. Ihre Wohnung ist eine der ersten, die fertiggestellt wird. Es gibt wegen der jahrelangen Feuchtigkeit noch viele Silberfische in den Zimmern. Für den Großen muss ein Klappbett her, damit ein wenig Platz zum Spielen bleibt. Die Angst des 2-Jährigen vor dem ersten Einschlafen im neuen Bett: "Aber bitte nicht hochklappen!"

2021 denkt Karin Lauritzen rückblickend darüber nach, was wohl aus der Familie geworden wäre, wenn sie Sylt nicht verlassen hätten: Kaum berufliche Perspektiven zu der Zeit für ihren Mann. Für die Kinder die zweiklassige Dorfschule, in Westerland eine Mittelschule. Nicht sehr vielversprechend. Sie war sich mit ihrem Mann Georg einig, dass es viel mehr Entwickungsmöglichkeiten für alle auf dem Festland gibt. Sölring , das Sylter Friesisch, hat Georg deshalb seinen Kindern auch nicht beigebracht. "Das braucht man nicht."








1949 mit Ekkehard


Hamburg 1950. Der Kinderwagen kommt von Tante Ada Martinen von Amrum, die vier Kinder darin großgezogen hat. Später wird er immer wieder weiter verliehen. Ekkehard ist das zwölfte Kind darin, musste aber einige Monate warten, bis er frei wurde. So kam er erst mit vier Monaten im Mai 1949 zum ersten Mal nach draußen. Jetzt liegt seine gerade geborene Schwester darin.








Ekkehard und Brigitte Lauritzen
Hamburg-Horn, ca 1953. Ekkehard mit seiner damals heißgeliebten, sehr robusten Lederhose und Brigitte Lauritzen im von Mutter Karin selbstgenähten, gesmokten Kleid.




Hamburg, ca. 1954. Posen im Kinderzimmer.



Ekkehard in Sonntagskluft. Als Haarbändiger dient wenig wirksam eine Klammer.








Karin Lauritzen mit ihren Kindern vor ihrem Wohnhaus in Hamburg am Pagenfelder Platz um 1954 Hamburg-Horn, ca. 1954. Karin Lauritzen mit ihren Kindern vor dem Wohnblock am Pagenfelder Platz 8 in Horn. Die Familie wohnt im 2. Stock. Alle Fenster zeigen nach Osten. So ist es nur morgens sonnig. Unten links gibt es ein Zigarrengeschäft, das auch einige Spielwaren führt, rechts davon einen Lebensmittelladen mit Kolonialwaren. Für Karin zu teuer. Sie hat nur 28 Mark Haushaltsgeld pro Woche und fährt zum Einkaufen lieber mit einem gebraucht gekauften Fahrrad (15 Mark) entlang der Horner Rennbahn nach Wandsbek zum Markt. Dort sind Lebensmittel frischer und preiswerter. Links erkennt man das Fenster des Wohnzimmers. Daneben folgen Küche und Bad, das Kinder- und das Elternschlafzimmer.

Karin näht in ihrer Wohnung am Pagenfelder Platz mit einer Handkurbel-Nähmaschine von Singer als erstes ein Umstandskleid. Sie ist schwanger mit ihrerm zweiten Kind. Das technisch veraltete Gerät stammt aus dem Haushalt von Großmutter Ude aus Lübeck. Sohn Ekkehard guckt ihr auch später häufig bei der Arbeit zu. 1952 kommentiert er den Nähvorgang mit:"Nun marschiert Mami wieder los!" Die Schnittmuster kauft Karin nicht, sie sind ihr zu teuer. Lieber rädelt sie sie aus Vorlagen der Modezeitschriften wie z.B. Burda auf Zeitungspapier um sie dann auszuschneiden.


Sohn Ekkehard spielt gern in der Straße Pachthof. Rollschuhfahren auf lauten Eisenrollen und im Höchsttempo. Wenn es dunkel wird, kommt der Gaslaternenanzünder auf einem Motorrad mit Beiwagen und zündet mit einer langen Stange die Gaslaternen. Gegenüber der Schule gibt es eine unbebaute Fläche, auf der er buddeln kann.





Hamburg-Horn 1957. Männerfreundschaft von Siemensianern. Georg Lauritzen mit Ulli Bauch und Walter Göke (v.l.), die in Hamburg-Horn Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen bei Siemens sind. Sie arbeiten am Berliner Tor. Georg Lauritzen geht in der Regel mit Ulli Bauch, der in der Nachbarschaft wohnt, zu Fuß zur Arbeit. Dadurch sparen sie die Ausgaben für die Straßenbahn.

Lebensrettung: 1953 geht Georg Lauritzen zu Ulli Bauch, der in Hamburg-Horn in einem Hinterhof in der Straße Sandkamp an der Washingtonallee wohnt. Mit dabei sein Sohn Ekkehard, den er auf einem Roller schiebt. Dabei wird Georg "schlecht und schlechter" und kommt erschöpft bei Ulli an. Der legt ihn erst einmal aufs Sofa und eilt zum Arzt, der Georg sofort ins Krankenhaus einweist. Dessen Diagnose Kinderlähmung erweist sich als falsch. Im Krankenhaus Allee in Altona stellt sich heraus: Er hat eine Gehirnhautentzündung. 7 Wochen muss er dort bleiben. Ehefrau Karin besucht ihn so oft es geht, fährt mit der Straßenbahn dorthin. Besuchszeit ist mittwochs und sonntags. Auf die Kinder passen dann ihre Mutter Elwine Johler oder eine Nachbarin auf. Karin Lauritzen:"An seinem Geburtstag hat er zur Wand hin gelegen. Er hat sich nicht umgedreht. Viel gesprochen haben wir auch nicht." Ein Arzt sagt Karin später, ein Wundermittel, ein neues Medikament aus Amerika habe ihn gerettet: Penicillin. Und natürlich Ulli Bauch, der mangels Telefon sofort zum Arzt gelaufen ist. Man will sich garnicht vorstellen, was aus der Familie beim Tod des Vaters geworden wäre. Sohn Ekkehard hat als Erwachsener nur vage Erinnerungen an das Ereignis. Geblieben sind ihm jedoch rudimentäre Erinnerungen und Angst.








Morsum Kliff ca. 1955. Ekkehard und Brigitte





Morsum, vor dem Elternhaus seines Vaters. Ekkehard Lauritzen. Vor richtigen Pferden hat er stets Angst. Sie sind für ihn unberechenbar.





Bremen 1956. In der Visselhöveder Straße 10 in Bremen Vahr lebt die Familie Lauritzen 3 Jahre. Georg Lauritzen ist hierher versetzt. Die Wohnung ist links im 2. Stock zu erkennen.



Bremen-Vahr 1956. Blick vom zentralen Hochhaus der Neubausiedlung.Im 2. Längsriegel wohnt Familie Lauritzen.



Karin Lauritzen in Bremen Vahr Visselhöveder str. 10 fotografiert ihre und Nachbarskinder.
Bremen 1956. Auf dem späteren Spielplatz hinter den Haus fotografiert Karin Lauritzen ihre Kinder und Nachbarn aus dem Haus. Es könnte sich um die Kinder von Stege (Rolf), Moryson (da gab es drei Mädchen) und und Schlange (Jochen?) handeln. Rechts in der Hocke Ekkehard, links davon vermutlich Schwester Brigitte.




Bremen, Visselhöveder Straße 10. Nicht nur die Kinder aus dem Neubau spielen zusammen, auch die Erwachsenen lernen sich schnell kennen. Hier wird Sylvester gefeiert. Im Bild sind Frau Moryson, Herr Stege und Karin.




Hochzeit Gerd und Wilma Lauritzen in Morsum 1957
Morsum 1957. Georgs Bruder Gerd heiratet Wilma Thevagt. Sein anderer Bruder Uwe ist links im Bild, daneben Karin und Georg. Weiter rechts an der Stirnseite sitzen Magda und Andreas Lauritzen mit ihren stehenden Enkeln Desche, Maren und Erk.



Ekkehard Bremen Vahr
Bremen. Der Spielplatz an der Visselhöveder Str. ist fertig.



Familie Lauritzen auf dem Weg nach Helgoland 1958
Am 24.5.1958 macht die ganze Familie Lauritzen von der Columbuskaje in Bremerhaven aus eine Pflingstour nach Helgoland.




Bremen Visselhöveder Straße
Bremen Vahr ca. 1958. Georg Lauritzen ist mit seinem blauen VW Käfer auf einer Ölspur ausgerutscht. Er war auf einer Wochenendheimfahrt von seiner neuen Arbeitsstelle bei Siemens in Kiel zu seiner Familie. Das Auto: Totalschaden. Georg unverletzt. Geblieben ist das Nummernschild, das von Sohn Ekkehard als Prunkstück für einen Nachbau auf dem Rahmen seines früheren Kinderwagens dient. Der Aufbau besteht aus einer Holzkiste und Pappkartons. Lui wurde der havarierte VW von Georg Lauritzen genannt. Fahrer der Seifenkiste ist Sohn Ekkehard, Daneben stehen Schwester Brigitte (r.) und ein Nachbarskind von Moryson.





Auf Deutschlandfahrt 1958. Der zweite Käfer jetzt mit Kieler Nummernschild, weil Georg von seinem Arbeitgeber Siemens dorthin versetzt worden ist. Karin und Georg besuchen ohne Kinder die damaligen Sehrsuchtsorte im südlicheren Deutschland, die man einmal gesehen haben musste. In der Kriegs- und Nachkriegszeit Reisen kaum möglich.



Karin guckt von der Festung Ehrenbreitstein aufs Deutsche Eck in Koblenz.




Georg staunt über den Rheinfall bei Schaffhausen.





Karin freut sich über die exotischen Pflanzen im Garten von Schloss Mainau am Bodensee.






Das Schloss Neuschwanstein und der Weinort Bernkastel gehören auch zum Programm.



Die Kinder ist froh, dass die Eltern wieder zuhause sind.



Kappelner Str. 11 in Kiel
Kiel 1963. In diesem Haus wohnt Familie Lauritzen seit 1959. Der obere dritte Balkon von rechts gehört zu ihrer Wohnung. Im Vordergrund die Kinder der Familie.





Beim Einzug in die Neue-Heimat-Siedlung in Kiel 1959 ist die Umgebung noch recht kahl. Es gibt aber schon eine Stadtteilbibliothek, links im Bild, die Sohn Ekkehard aus lauter Langeweile eifrig nutzt. Seine Lieblingsautorin ist Enid Blyton. Nachdem er in der Jugendecke der Bücherei nichts Interessantes mehr findet, will er auch Erwachsenenliteratur ausleihen. Das wird ihm wegen seines Alters jedoch von der Bibliothekarin verboten. Daraufhin besucht er die Bücherei nie mehr. Nach einer Phase mit Schundromanen von Jerry Cotton findet er zur Stadtbücherei am Markt, wo ihm keine Vorschriften bei der Buchauswahl gemacht werden. Da ist er dann wieder Stammkunde. Lesestoff in jungen Jahren sind die Mecki-Bücher, die Märchen der Gebrüder Grimm und Micky-Maus-Hefte. Auch viel Karl May. Und Bücher aus dem Bücherschrank der Eltern.



Hindenburgufer Kiel
Kiel, ca.1960. Ein Sonntagmorgen. Ausnahmsweise spaziert die ganze Familie Lauritzen am Hindenburgufer. Georg fotografiert. Häufig steht Karin zu dieser Zeit in der Küche. Der Weg führt vom Zuhause an die Tirpitzmole mit seinen Kriegsschiffen bis zum Olympiahafen voller Segelboote und zurück.




Sylt, Pflingsten 1963. Karin und Georg Lauritzen im Kursaal Westerland bei einem "Twist-Turnier". Das hat wohl kaum für den ersten Platz gereicht.






Tinnum 1963. Karin und Georg Lauritzen zu Besuch im Garten des Eibenhofs, auf dem sein Vater Andreas aufgewachsen ist.




Westerland 1963. Karin Lauritzen mit Tochter Brigitte.



Westerland1963
Westerland 1963. Burgen bauen ist noch Volkssport. Angeleitete Strandgymnastik auch.




Karin Lauritzen mit Tochter.



List 1963
List 1963. Karin, Brigitte, Magda Lauritzenvor dem Familienkäfer. Im Hintergrund der Fahrkartenkiosk für die Fähre nach Röm.




List 1963
List 1963. Gosch gibt es noch nicht. Der Knurrhahn verkauf aber schon Krabbenbrötchen.




List 1963
List 1963. Hier in Hafen werden die Krabben angelandet und ohne Umweg über Marokko fangfrisch verzehrt.





Kiel, Juni 1964. Georg Lauritzen




Georg Lauritzen in seinem zweiten Mercedes. Nach zwei Käfern von VW kamen zwei mit mehr Komfort.




Westerland, ca. 1958. Regelmäßige Urlaube auf Sylt führen auch immer wieder nach Westerland. Im Hintergrund die Milchkurhalle, die Andreas Lauritzen leitete.




Morsum ca. 1958. Karin Lauritzen im Garten des Elternhauses ihres Ehemanns Georg.



Georg Lauritzen Morsum
Morsum ca. 1960. Georg Lauritzen im Kreis seiner Familie in seinem Elternhaus (v.l.): Christa Lauritzen, die Frau seines Bruders Erk, Wilma Lauritzen, die Frau seines Brudes Gerd(i), Magda Lauritzen, die zweite Frau seines Vaters Andreas. An der Wand hängt das Foto seiner Mutter Getje, die 1931 vom Blitz erschlagen wurde.



Bilder aus der Arbeitswelt von Georg Lauritzen:

Kiel ca. 1960. Georg Lauritzen (2.v.l.) in seinem Büro der Siemens-Niederlassung in Kiel. Computer gibt es noch nicht. Dafür umso mehr Läger: Neben Kiel in Flensburg, Rendsburg, Heide und Neumünster. Bei seinen Arbeitsbesuchen in Flensburg fährt er gern zum Tanken über die dänische Grenze: 18 Pfg. kostete dort der Liter Diesel. Ein damals geflügeltes Wort, das Georg Lauritzen oft zitierte:
"Wer nie bei Siemens-Schuckert war,
bei AEG und Borsig,
der kennt den Ernst des Lebens nicht,
der hat ihn dann noch vor sich."





Kiel ca. 1960. Bei Siemens wird auch gefeiert. Als Lagerleiter ist zu Weihnachten natürlich eine Rede fällig.






Anschliessend gibt es die Weihnachtsgeschenke. Sie stammen von Kunden und Lieferanten, die sich in guter Erinnerung halten wollen. Die heutigen Compliance-Regeln bei Siemens würden das nicht mehr gestatten.


Vatertagstourum 1969
Georg Lauritzen (stehend 2.v.r.) mit einigen Kollegen auf Vatertagstour.






1968. Georg Lauritzen (2.v.l. in der letzten Reihe) auf einer Siemens-Tagung. Noch gibt es keine Power-Point-Präsentationen.







Dieser Brief ist ein typisches Dokument der beruflich bedingten Wochenendbeziehung von Karin und Georg Lauritzen. Die Familie lebt noch in Bremen, der Vater arbeitet in Kiel. Ekki und Muschi sind die Kosenamen ihrer Kinder. Sie waren damals 7 und 8 Jahre alt. Bei dem im Brief angekündigten Besuch von Maren, Gieschen, Gegga und Ilschen handelt es sich um alte Freundinnen von Karin aus der Zeit vor ihrer Ehe. Sie nannten sich die Mardis, weil sie sich dienstags trafen.



Westerland 1961. Karin und Georg Lauritzen.





Georg Lauritzen mit Tochter in Westerland.





Westerland 1961. Auf dem Weg zum Strand ist Georg Lauritzen mit Familie.





Eine Reise durch Deutschland von Westdeutschland nach Westberlin. "Die Grenzübergänge waren für mich als13jährigen angsteinflößend. Schussbereite Grenzer der DDR kontrollieren unseren VW Käfer. Mir erscheint das völlig übertrieben. Wir sind ja Touristen auf Besuch von Freunden meiner Eltern. Die Grenzanlagen sind gegen Durchbruch mit vielen Betonhindernisssen gesichert. Die Sprache der Grenzer in der DDR ist scharf und unpersönlich. Klare Anweisungen auszusteigen, Gepäckstücke zu öffnen, Pässe zur Überprüfung abzugeben, machen uns zu Marionetten. Wir gehorchen notgedrungen und hilflos. Die Baulichkeiten wirken auf mich als Abgrenzung, Verteidigung. Die wollen uns nicht, ist mein Gefühl. Ein Spiegelwagen wird unter das Auto geschoben. Endlich der Stempel. Wir fahren durch bis West-Berlin. Bloß nicht zu schnell fahren. Überall auf der Strecke vermuten wir Kontrollen und Abzocke durch Strafmandate. Wir sehen ein paar Trabbis von der Polizei. Niemand behelligt uns. In Westberlin angekommen bin ich sehr erleichtert. Die westlichen Grenzer sind völlig anders, einfach Beamte. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Zurück in der gewohnten Welt. DDR, nein danke." (Ekkehard Lauritzen)



Diess Haus bauen Georg und Karin Lauritzen in Morsum auf Sylt. Es soll als Ferien - und Alterssitz dienen.
Morsum ca. 1967. Dieses Haus bauen Georg und Karin Lauritzen in Morsum am Terpstieg als Ferienhaus und Alterswohnsitz. Die Außenanlage ist noch nicht fertig.



Karins Morsumer Haus
Morsum, ca. 1990. Hier geht es zu Karin Lauritzen. Sie ist 1978 aus Kiel hierher gezogen. Vorher hatten im Parterre Andreas und Magda Lauritzen gewohnt. Als Magda zu ihrem Sohn Uwe gezogen war. wurde das Haus für sie komplett frei.





Die Terrasse.




Der Blick von der Terrasse nach Südwesten.



Morsum, 1971. Blick auf das Grab von Georg Lauritzen ein Jahr nach seinem Tod.
Sein Grabstein ist der Naturstein vorne links.




Morsum 1971. Georg Lauritzen wird neben seiner durch Blitzschlag jung verstorbenen Mutter Margaretha beerdigt.





Nach dem Tod von Georg Lauritzen macht Karin in Kiel den Führerschein. Hier ist ihr erstes Auto, ein Daf. Er hält nicht so lange. Auf dem Weg von Kiel nach Sylt kommt Karin ins Schleudern. Mit ihrer Mutter Elwine landet sie kopfüber auf dem Fahrzeugdach. Beiden ist nichts passiert. Sie hängen kopfüber in den Sicherheitsguten und lachen. Es ist etwas schwierig, sich daraus zu befreien.








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Georg Julius Matzen Lauritzen heiratet Karin Johler. 1948 findet er durch Karins Vermittlung eine Anstellung bei Siemens in Hamburg. Der während der Wohnraumbewirtschaftung bei Karins Mutter Elwine Johler in der Gryphiusstraße 3 eingewiesene Mieter Herr Schmidt arbeitet kaufmännisch für Siemens im Homeoffice. Als er hört, dass auch Georg Kaufmann ist, bittet er ihn um Hilfe bei seiner Tätigkeit. Georg bewährt sich. Herr Schmidt gibt ihm den Tipp, Georg solle sich doch bei Siemens bewerben. Das tut er auch umgehend. Zu dieser Zeit heiratet der Sohn von Herrn Schmidt. Siemens schickt ein Hochzeitsgeschenk in die Wohnung an der Gryphiusstraße. Karin ist an der Tür. Sie spricht den Geschenküberbringer an, dass Herr Schmidt Georg bei seiner Bewerbung empfohlen hat. Der gibt diese Nachricht weiter. Georg hat den Job.

Nach der Tätigkeit in Hamburg vesetzt ihn Siemens immer wieder. Ein Angebot ist seinem Sohn noch in Erinnerung: Er kann in Südafrika Lagerleiter werden. Der Sohn findet es spannend, Georg wohl nicht so. Georg Lauritzen wird 1956 erst nach Bremen (Wohnung: Visselhöveder Str.) und dann nach Kiel versetzt, wo er jeweils als Lagerleiter arbeitet. Die Versetzung nach Kiel führt zu jahrelanger Wochenendbeziehung mit der Familie, da erst im Herbst 1959 eine adäquate Wohnung gefunden werden kann: ein Neubau der Neuen Heimat in Kiel-Wik, Kappelner Str. 11. Bis dahin wohnt Georg Lauritzen in Kiel zur Untermiete bei Frau Busse am Westring 335 in einem kleinen Zimmer im Parterre. Am Wochenende fährt er mit seinem blauen VW Käfer zur Familie nach Bremen. Allerdings wurde damals häufig noch sonnabends bis Mittag gearbeitet. Das Wochenende ist also kurz. Es wird viel per Brief kommuniziert. Es gibt auch schon ein Telefon bei der Familie in Bremen-Vahr, weiß mit Drehscheibe. Damals ein kleiner Luxus.

Die Lagerleiterstelle in Bremen verliert Georg Lauritzen bald wieder, weil sein Vorgänger, ein Berliner, der sich in seine Heimatstadt versetzen ließ, dort überfordert war. Er wurde zuückversetzt nach Bremen. Georg Lauritzen wird daraufhin zunächst wieder nach Hamburg geschickt. Als der Kieler Lagerleiter stirbt, meint Georg:"Nun bin ich ja wohl dran!" So kommt es auch. Ihm ist die Versetzung lieb, weil der Weg nach Morsum von dort nicht so weit ist. Allerdings ist er nun auch für die Läger in Flensburg, Rendsburg, Heide und Neumünster zuständig. Das bedeutet wieder viel Reisetätigkeit.

Georg Lauritzen stirbt am 3. 5. 1970 nach langer Krebserkankung in Kiel und wird in Morsum beerdigt.

Georg und Karin Lauritzen haben 2 Kinder:

Ekkehard Andreas Lauritzen *1949

Brigitte Maragarete Ute Lauritzen *1950

























































. email an ekkehard lauritzen
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© Ekkehard Lauritzen