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FotoBioGrafie
Karin Johler

Hamburg,


Hamburg, 1942.
Karin Johler (l.), 19, auf dem Steg von Karl Reich an der Hamburger Aussenalster. Karin und ihre Freundinnen (v.l.) Gerda Haltermann, Gisela Classen und Ingrid Peters gehörten zu den Alsterratten und segelten gemeinsam. Die Alsterratten sind ein Traditionsverein für junge Frauen (gegründet 1929). Die Mitglieder des rein männlich besetzten Pendants, die Alsterpiraten (gegründet 1898), weckten damals nicht ihr Interesse. Die Vereine existieren bis heute unter dem Dach des NRV.

Segeln war eines der erlaubten Vergnügen in der Kriegszeit. Gerda Haltermann bedauert noch 1997 diese von Einschränkungen geprägte Zeit:"Als ich gerade 16 1/2 Jahre alt war und mein Leben so richtig genießen wollte, brach der Krieg aus und vorbei war es mit Swing und Tanzvegnügen. Nur privat konnte man noch feiern. Mit unserem roten Koffergrammophon machten wir Alsterratten die Alster unsicher."




Hamburg, 2005. 60 Jahre später bei Bobby Reich: Karin Lauritzen geb. Johler (r.) und Gisela Mordhorst geb. Classen(2.v.r., +19.4.2012) zusammen mit den damals nicht segelnden Freundinnen von 1942.

So hat Karin Johler ihre Freundinnen kennengelernt:
Erste zufällige Begegnung mit Gisela Classen im Zug von Sylt nach Hamburg ca. 1937. Gisela Classen hatte Urlaub gemacht bei einem Onkel auf Sylt. Karin stieg mit ihrer Mutter in Husum in den Zug, nach einem Besuch bei Karl Frahm, Direktor bei der dortigen Westbank. Gisela Classens Auftreten und Erscheinung imponierten Karin. Am Dammtorbahnhof stieg Gisela aus. Das Kofferschild verriet ihren Namen und ihre Adresse: Eppendorfer Landstraße 36. In diese Nachbarschaft musste Karin gelegentlich zu einem Orthopäden. Einmal sah Karin Gisela zufällig vor ihrer Haustür warten. Die Erinnerung an sie wurde aufgefrischt.



Boehn-Kaserne Hamburg-Rahlstedt 23.3.1941. Die nächste Begegnung findet Jahre später am Tag der Wehrmacht am 23.3.1941 in Hamburg statt. Karin (Foto: links) wird von Hans Werner Labowski, einem ersten Jugendfreund, in die Boehn-Kaserne eingeladen, in der er seinen Grundwehrdienst ableistet. Hans Werner hat als Abiturient zusammen mit seinem Mitschüler Hans-Jürgen Kopperschmidt Karins Bruder Roland Nachhilfe gegeben. Als Hans Werner nach Abitur in Hamburg und Arbeitsdienst im heutigen Polen Karin zu einem Hausball einlädt, entwickeln sich persönliche Zuneigungen. Hausbälle waren der Ersatz für die während des Krieges verbotenen öffentlichen Tanzveranstaltungen. Die noch junge Karin hat erst Bedenken. Sie hat erst zwei Tanzstunden hinter sich. Doch das stellt sich als kein Problem heraus. Damals "hottete" man, eine Art Schwofen, wozu man keine Schulung braucht. Zu dem Tag der Wehrmachtsind auch Gisela Classen (Foto. 2. v.l.) und ihre Freundin Gegga (Foto:r.) eingeladen.
Auf der Toilette haben sie sich alle umarmt und Karin hat das auf Fotos festgehalten. Diese Fotos bringt sie später zu Gisela /Gischen in deren Wohnung. Die Mutter ist zuhause und sagt Karin, dass Gischen zum Segeln sei. Daran knüpft Karin an. Segeln war schon lange ihr Traum. Sie wird Mitglied im Club.
Zunächst segeln sie als Alsterratten. Später treffen sie sich jahrzehntelang jeweils dienstags zum "Mardi". - Hans-Jürgen Kopperschmidt (Foto) wird Januar/Februar 1942 auf der Krim bei Sebastopol mit Bauchschuss zurückgelassen und gilt als vermisst.

Hans Werner L. ist Halbjude. Als solcher darf er keinen Umgang mit arischen Mädchen haben. Auf einer Fahrradtour mit Karin Johler in Harvestehude an der Alster sieht Hans Werner - so berichtet Karin - ein Fahrzeug, das ihm verdächtig vorkommt. Er befürchtet eine Kontrolle. Sofort rast er weg um ein Quarree herum und trifft dort wieder auf die geradeausradelnde Karin.
Bei Luftangriffen auf Hamburg darf Hans Werner nicht in den Luftschutzkeller. Er hat stattdessen Polen bewachen müssen, die sich natürlich auch nicht vor den Bomben schützen dürfen. Hans Werners Familie wird 1943 ausgebombt. Sie bekommt ein Zimmer in der St. Benediktstr. Dorthin werden von der Familie Johler als Soforthilfe einige Möbel ausgeliehen. Hans Werner überlebt den Krieg, heiratet, bekommt einen Sohn und stirbt mit 80 Jahren in Hamburg.




Hamburg, ca. 1943. Die O-Jolle Alsterratte. Sie wurde 1935 für die Olympiaspiele in Berlin konstruiert und war auf der Alster sehr beliebt. Das Boot lag an einem Pfahl bei Karl Reich (Hamburgern bekannt als Bobby Reich), die Seglerinnen mussten vom Steg aus übergesetzt werden. Zurück ging es mit dem Ruf:"Hol över!" Die Alsterratten segelten ohne vorherigen Unterrricht. Manchmal saßen sie zu viert im Boot. Gelegentlich haben sie sogar dabei gestrickt! (Quelle: Karin Lauritzen)



Die Alsterratten-Jolle vor der Kulisse der Hamburger Innenstadt.





Hamburg 1943.
Karin Johler an der Pinne der Alsteraten-Jolle.




An Bord der Alsterratten-Jolle Karin Johlers Freundinnen Gisela Classen (l.) und Ingrid Peters. Ingrid Peters trägt als Borte die Alterratten-Farben blau-weiss-rot. Sie lebt seit Jahrzehnten in den USA, seit einigen Jahren in San Diego.Sie hat Hamburg häufig besucht.





Alsterratte Karin Johler




Karin Johler an der Pinne.





Hamburg 1944. karin Johler (l.) auf der Alsterjolle mit Gisela Classen.





Karin Johler am Alster-Steg von Karl Reich in Hamburg.



Travemünde 1943. Mardi-Treffen: v.l. Gisela Classen, Ingrid Peters, Karin Johler und Gerda Haltermann.






Hamburg, 1944. Gerda Haltermann (v.l.) mit ihren Freundinnen Karin Johler, Ingrid Peters und Gisela Classen in der Wohnung ihrer Eltern am Klosterstern in Hamburg (Jungfrauenhthal 24).



Travemünde 1944. Karin Johler (M.) mit Freundinnen Gerda Haltermann (l.) und Ingrid Peters zu einer Spritztour von Hamburg an die Ostsee. Die Maus über dem Bild zeigt, wie schnell Soldaten anhänglich werden. Bei den drei kurzentschlossenen Männern handelt es sich allesamt um U-Bootfahrer, Fähnriche von einem Wohnschiff vor Ort mit sehr ungewissen Zukunfsaussichten. Da ist es besser, man greift sofort nach allem, was das junge Leben hergibt. V.l. Fritz Rupp genannt Fipps, Heiner Rose und Hans Demuth aus Flensburg. Sie haben den Krieg überlebt.

Übernachtet haben die Freundinnen in einem Kinderheim in Timmendorf, das Gegga als Praktikantin kannte. Geschlafen wurde auf dem Fußboden. Von Timmendorf nach Travemünde und zurück gingen die Freundinnen zu Fuß. Geld war knapp.

Nach dem Krieg gab es nur noch einen kurzen Kontakt zu Friedrich Rupp. Er war auf der Suche nach seinem Vater und wollte dazu seinen Seesack in Hamburg lagern. Gegga war schon verheiratet. Sie musste deshalb ablehnen. Karin tat ihm den Gefallen. Friedrichs Mutter und Schwester waren im Bombenhagel in Darmstadt gestorben. Seine Onkel und Tanten waren aus Pommern vor den Russen geflohen. Die Suche war schwierig. Friedrich fand seinen Vater schließlich: in Stakendorf bei Kiel.

Friedrich (Fritz) Rupp wurde kurzzeitig als Kriegsgefangener in einem Auffanglager bei Albersdorf interniert. Es gab keine Zäune, nur die Eider und der Nord-Ostsee-Kanal dienten als Begrenzung.



In diesem Aquarell hat Friedrich Rupp die Kontaktaufnahme mit den drei Hamburgerinnen festgehalten. Der nächste Schritt bestand darin, die Kette der drei Mardifrauen aufzubrechen, so dass jeder eine Frau zur rechten hatte. Später, so berichtet Karin Johler, setzten sie sich in Strandkörbe. Im Hintergrund rechts fährt ein U-Boot.



Glücksburg 1944. Während eines Besuchs in Flensburg bei Ilse Hass macht Karin Johler (4.v.l.) zusammen mit ihren Freundinnen einen Ausflug zum Schloss in Glücksburg.




Hamburg 1944. Party: Karin Johler (o.l.) mit Freundinnen und deren Verehrern. Eheschliessungen folgen auf dem Fusse.




Hamburg 1944. Karin Johler (r.) mit Freundinnen in der Gryphiusstrasse kurz vor der Ecke Sierichstrasse.



Hamburg 1944. Die Mardi-Freundinnen in der Gryphiusstrasse. Es gibt wie immer viel zu erzählen.




Hamburg, 6.12.1944. Wenn eine Freundin heiratet (Gerda Haltermann °° Rolf Schaffner), sind die anderen natürlich dabei. Karin Johler (r.). Die Trauung findet in der Johanniskirche statt. Vater Friedrich Haltermann hat dazu eine Hochzeitskutsche organisiert. Das Brautkleid ist geliehen von Hildegard Rainals. Ehemann in spe Rolf hat als Brautstrauß Gerdas Lieblingsblumen als Hochzeitsstrauß herbeigezaubert: Maiglöckchen - im Dezember! Rolf Schaffner arbeitet bei Reemtsma in Othmarschen. Er stirbt am 5.9.1993,
Gerda verh. Schaffner im Dezember 2004 in einem Altenheim in Hamburg.




Hamburg, 21.8.1948. Karin Johler heiratet Georg Lauritzen aus Morsum/Sylt in St. Johannis, Hamburg Eppendorf. Die Trauung führt Pastor Gerber durch. In dieser Kirche wurden Karin und ihre Geschwister Ekkehard und Roland auch konfirmiert (bei Pastor D. Heitmann). Sie liegt besonders nah an der Wohnung in der Gryphiusstraße. Das Hochzeitskleid war geliehen, von Inge Marx, einer Freundin. Die hatte das Kleid auch schon geliehen. Der Stoff war Gardinenstoff. Die Zeiten waren schlecht. Onkel Ingo spendierte 300 Mark für die Feier. Der einzige Luxus bestand aus der Pferdekutschfahrt von der Gryphiusstraße zur Kirche St. Johannis und zurück. Die Kutsche störte den Verkehr nicht. Es gab kaum Autos.Gefeiert wurde bei Karins Mutter Elwine zuhause. Mit 20 Personen. Tische und Bänke waren geliehen.



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Karin Runtraut Elwine Johler *7.2. 1925 in Morsum
Tochter von
Daniel Gustav Hans Johler
und
Katharina Julie Elwine geb. Ude

Karin Johler heiratet am 21.8.1948 Georg Lauritzen.


Alsterratten
Karin Johler war Mitglied bei den Alsterratten. Die Alsterratten sind ein Mädchenclub, der auf der Alster segelt. Er feiert 2004 sein 75-jähriges Bestehen. Gegründet wurde der Verein als Gegenstück zu dem Jungensegelclub Alsterpiraten. als

Karin war Mitglied von 1941 - 1945. Mitgliedsbeitrag 1,50 RM im Monat. Es gab ein Boot, eine O-Jolle. Ihr Name könnte Alsteratte gelautet haben. Die Jolle lag zunächst bei Karl Reich am Steg, Segelnummer 308. Als der Steg zerbombt war, zog man zum noch unbeschädigten NRV-Steg (Norddeutscher Regatta Verein). Da das Segel des Boots durch Kriegseinwirkung verbrannte, wurde ein Neues angeschafft: Nr. 298. 1945 beschlagnahmten die Engländer das Boot.

Chefin des Vereins war zu der Zeit Hilde Kehrhan (von Aufzug-Kehrhan).

Die nach subjektivem Empfinden von Karin Johler einzigen Mitglieder jener Zeit waren neben ihrer Person:
-Gisela Classen verh. Mordhorst
-Ingrid Peters verh. Heisler,
-Gerda Haltermann verh. Schaffner.

Karin Lauritzen schließt die Hans-Schemm-Schule am
Hamburger Stadtpark mit der Mittleren Reife ab.
































































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