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Urlaub in Estland und Lettland
Reiseimpressionen 2004

Reiseimpressionen Estland 2003
Hamburg,


In Tallinns Klostergasse werden moderne Glasarbeiten verkauft. Hier stellt auch Carmen Hoffmann aus, die die Fenster der Kirche von Valjala geschaffen hat.



Blick aus dem Tallinner Rathaus auf den Domberg. Im Rathaus findet man u.a. ein Modell Tallinns zur Zeit des 19. Jahrhunderts.


Das Innere des Tallinner Rathauses verbindet Moderne und Tradition zu zeitgemässer Schönheit.

Früher ungeliebten Herrschern Estlands wird weiterhin gedacht. Schweden, Dänen Russen und Deutsche sind nun mal Teil der Geschichte dieses kleinen Landes.

Gedenken mitten im Wald: Der zugewachsene Kriegsgefangenenfriedhof in der Nähe des Fernsehturms in Tallinn.



Im flachen Estland gibt es auch Wasserfälle. Dieser Jägala juga 25 Kilometer östlich von Tallin besticht durch seine goldene Farbe. Sie ergibt sich durch den moorigen Untergrund des Oberlaufs. Im Winter friert der Wasserfall zu.


Flüsse werden auch gern zur Forellenzucht genutzt. Interessierte können sich Forellen angeln und bekommen sie 15 Minuten später geräuchert auf dem Teller serviert. Die Fische beissen innerhalb von Sekunden. Sie bringen meist mehr als 3 Pfund auf die Waage. Für Esten ein Spass für die ganze Familie, für uns lediglich eine Leckerei.


Viele kleine Bäche schlängeln sich im Naturschutzgebiet Lahemaa rahvuspark östlich von Tallinn ins Meer. Da wildes Zelten ausserhalb der Ortschaften gestattet ist und Zeltplätze immer noch Mangelware sind, beschliessen wir, unser Nachtlager in der Nähe von Kolga-Aabla auf der Halbinsel Juminda aufzuschlagen.


Etwas einsam ist es schon an diesem Strand. Am nächsten Morgen entdecken wir 200m entfernt einen Nachbarn.


Kurz vor Sonnenuntergang gegen 22.30 Uhr kommen einige Dorfjugendliche aus Kolga-Aabla zum Baden. Die ungeschützte Lage erwärmt das Wasser kaum über 17°C.



Weiter östlich im Nationalpark Lahemaa rahvuspark liegt das Dorf Altma. Einige Arbeitsschuppen am Felsstrand verdeutlichen, wie hart hier früher gearbeitet wurde. Dieses Gebiet gehörte vermutlich zum früher von der deutschen Familie von Pahlen bewirtschafteten Gut Palmse. Es liegt 10 km weiter südlich und gehört zu den am besten restaurierten Gutshäusern Estlands.



Palmse besteht aus dem Haupthaus (Foto) und verschiedenen Nebenanlagen: Eine ehemalige Schnapsbrennerei, ein Gewächshaus, Wagenschuppen, ein Obestgarten, Teichwirtschaft. Wir gehen durchs Haus und entdecken in der Bibliothek u.a. eine Originalausgabe von Gorch Focks Seefahrt tut Not. Eins der letzten Überbleibsel der alten Eigentümer. 1919 wird das Gut enteignet. 3800 ha werden an estnische Bauern verteilt.



Der Garten von Palmse ist wildromantisch. Während ich auf das jetzt als Cafe genutzte Gartenhaus blicke (Foto), frage ich mich, was den Esten heute ein Kulturerbe wie Palmse bedeutet. Zwar wird auf die alte Eigentümerfamilie verwiesen, die Eigentumsübergänge und Enteignungen ab 1919 werden allerdings kaum thematisiert. Mancher familiengeschichtlich Betroffene würde vermutlich gern mit Esten über seine Empfindungen diskutieren. Ein solcher Dialog würde nicht nur manchen Schmerz aufarbeiten, sondern auch ehemalige Eigentümer zur Hilfe bei der Restaurierung ihrer Anwesen motivieren können.


Beachtliche Steine wurden unter dem Einfluss der Eiszeit aus Schweden nach Estland transportiert. Diese Vana-Jüri-Kivi liegen bei Käsmu an der Ostseeküste.



Reisen macht hungrig. In diesem Gasthaus Viitna-Körts in Viitna haben schon die Postkutschen auf dem Weg zwischen Tallinn und Petersburg gerastet und ihre Pferde gewechselt. Auch einige meiner Urahnen werden hier schon gegessen haben.



Gasthaus Viitna-Körts in Viitna




In vielen Gegenden Estlands und Lettlands sind Störche ein vertrauter Anblick.



Um Flüsse zu überqueren benutzte man früher Fähren, die an Seilen hingen. Durch eine schräge Ausrichtung zur Strömung und den Halt der Taue zwängt die Naturkraft das Schiff über den Fluss. Diese Fähre liegt am Fluss Pärnu im Museumsdorf Kurgia. Sehr sehenswert.




Man kann in Kurgia auch zelten. In der hier herrschenden Stille sind nur gelegentlich einzelne fremdklingende Laute aus der Natur zu hören. Das Fehlen sämtlicher Kulturgeräusche ist ein einzigartiges Erlebnis. Nur die Kondensspuren der Flugzeuge zeugen von der Gegenwart.


Die Waschgelegenheit für Übernachtungsgäste ist der Fluss Pärnu. Unterhalb des Wehrs der alten Wassermühle liegt die sicherste Badestelle.



Flussabwärts: Im Zentrum von Pernau fallen uns diese Arbeiter auf, die ganz ohne Maschinen tätig sind. Sie machen Ausgrabungen für das Pernauer Stadtmuseum. Zur Zeit leeren sie eine hölzerne Kloake eines mittelalterlichen Hauses. In wenigen Wochen beginnen hier die Arbeiten an einem Neubau.


Fundstücke werden von zwei Schülern aus dem abgegrabenen Schlamm herausgesammelt.



Ein World Cup Rennen der Roller Skater belebt die sonntägliche Ruhe in Cesis, Lettland. - Ganz so friedlich ist es hier nicht immer. Auf der Fähre zurück nach Deutschland erzählen uns Passagiere, ihnen sei hier zur selben Zeit ihr Auto gestohlen worden. Ihr Gepäck bestand auf der Rückfahrt nur noch aus einer Plastiktüte. Haupt-Urlaubserinnerung ist dann Frust. Auch wenn es nicht mehr täglich in den Zeitungen steht: Autos sind hier gefährdeter als zu Hause. - In Lettland wird noch nicht so viel englisch gesprochen. Als ich in einem Supernarkt in Cesis nach "cucumber" (Gurken) fragte und man mich nicht verstand, wurde zunächst im gesamten Laden jemand mit Englisch-Kenntnisen gesucht und auch gefunden. Cucumber war der Verkäuferin aber unbekannt. So deutete ich auf eine Banane und sagte:"Like this in green." Das wurde verstanden und drei Verkäuferinnen rätselten ausführlich darüber, was ich wohl suchen würde. Niemand kam sie drauf. Wir alle mussten herzlich lachen, als durch ein Gurkenglas im Regal der Groschen endlich fiel.



Die Wohninsel Araisi aus dem 9. Jahrhundert wird seit einigen Jahren rekonstruiert. Ihre ehemaligen Bewohner werden Lettgallen genannt. Die Wasserlage schützte sie nicht genug gegen feindliche Truppen. Die Wohninsel wurde erobert und zerstört. Bis heute ist unklar von wem. Sie finden das Museum südlich von Cesis beim Ort Drabesi in Lettland. - Die Letten sind auch äusserlich ein ganz anderer Menschenschlag als die Esten: Eher mittel- statt weissblond, mehr rundlich statt schlank.


Riga im Aufbau: Die Ecke Strelnieku/Alberta iela. Die bereits renovierten schmucken Jugendstilhäuser mit überbordender Fassadendekoration bekommen eine gepflasterte Zuwegung. Viele Strassen sind in schlechtem Zustand. Radwege gibt es kaum. Deshalb kaufen einheimische Radfahrer auch fast nur Mountain-Bikes mit denen sie auch hohe Kantsteine, welligen Asphalt, Schlaglöcher, Strassenbahnschienen und Steinpflaster bewältigen.


Meisterarchitekt dieser Häuser ist Michail Eisenstein (1867 - 1921)



Touristen erkennt man hier an der Kopf-im-Nacken-Haltung. Postkartenverkäufer sprechen sie an und wollen die Schnappschüsse verkaufen, die die Besucher gerade knipsen.

Die Altstadt von Riga, umschlossen von dem Fluss Daugava und dem Befestigungsgraben Pilsetas kanals, ist voller architektonischer Schmuckstücke. Viele davon sind allerdings nach dem Krieg praktisch rekonstruiert worden und somit Nachbauten. Die Kulisse lockt trotzdem - auch dieses Fernsehteam zu Aufnahmen. Die Verkehrsberuhigung in der Altstadt tut für die Touristen ein übriges.



Das Museumsdorf Etnografiskais Brivdabas muzejs im Osten von Riga zeigt Holzhäuser lettischen Ursprungs, die hier schon seit über 70 Jahren zusammengetragen werden. Die romantische Kulisse wird häufig für Events genutzt. Wir erlebten diese Hochzeitsshootings und ein Incentive von airBaltic - Latvian airline für Reisebüroangestellte. Ausserdem gab es Konzerte von Folksängern auf einer Freiluftbühne.




Westlich von Rigas Badestrand Jürmala in Klapkalnciems wird es ruhiger am Sandstrand dieser langen Bucht. An der Hauptstrasse verkauft man geräucherten Süss- und Salzwasserfisch. Im Hinterland locken unter Naturschutz stehende Seen zum Paddeln oder Angeln. Naturschutz heisst z.B., dass der Mensch nur drei Monate pro Jahr in den Seen angeln darf. So werden die Vögel satt und die Angler können auf meterlange Hechte hoffen.



Wenn Sie für ihre Rückfahrt die Fähre Riga-Lübeck nehmen sollten, ist der Rigaer Golfclub zwischen Innenstadt und dem Fähranleger in Vecmigravis der einzig richtige Ort für eine letzte Rast. Das Restaurant ist vorzüglich und auch für Nichtgolfer, sogar Radfahrer offen. Mit meinen Tchibo-Golfschlägern von zuhause würde ich hier vermutlich ähnliches Aufsehen erregen wie diese Top-Spieler aus den Ostsee-Anrainer-Staaten.

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. Siehe auch: Spurensuche: Bernhard Frank 1811-1870, Pastor in Wolde
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